Einführung: Baklava und Wein – süßer Genuss, klug kombiniert
Über dieses Gericht
Baklava ist eine traditionsreiche Süßspeise, die in vielen Ländern als kulinarischer Schatz gilt: von der Türkei über Griechenland und den Nahen Osten bis auf den Balkan. Trotz regionaler Unterschiede bleibt die Grundidee gleich: hauchdünner Teig, reichlich Nüsse, Butter und ein aromatischer Sirup aus Zucker, Honig und Zitrone.
Historisch wird Baklava häufig mit der osmanischen Hofküche in Verbindung gebracht, wo Meisterbäcker die Kunst perfekter, fast transparent dünner Teigblätter zur Vollendung brachten. Bis heute ist Baklava in der Türkei und in arabischen Ländern fester Bestandteil von Festen, religiösen Feiertagen und Familientreffen – ein Gebäck, das man eher teilt, als es allein zu essen.
Die wichtigsten Zutaten & ihre Rolle – und was sie für den Wein bedeuten
Yufkateig – die knusprige Bühne
Walnüsse – herbe Nussigkeit und Struktur
Butter – Fülle und Schmelz
Relevanz für Wein: Hier braucht es Weine mit guter Säure, die die Fettigkeit durchschneidet und Frische bringt. Deshalb sind süße oder edelsüße Weine mit lebendiger Säure (Riesling Spätlese/Auslese) ideal.
Honig, Zucker und Sirup – die tatlı, karamellisierte Seele
Die Mischung aus Honig, Zucker, Wasser und Zitrone, die als Sirup über das noch warme Baklava gegossen wird, ist das Herzstück der Aromatik. Der Sirup sorgt für Saftigkeit, intensiven Glanz und diese typische, leicht zähflüssige Süße, die an Krokant und türkischen Honig erinnert.
Zitrone und Zimt – Frische und Wärme
Zitrone bringt Frische und einen leichten, fruchtigen Kick, der die Süße aufhellt. Zimt dagegen verleiht Wärme und erinnert an Weihnachtsbäckerei, Glühwein und heiße Zimtschnecken – Aromen, die in Deutschland besonders beliebt sind.
Relevanz für Wein: Zitrus- und Gewürznoten finden sich in vielen aromatischen Weißweinen wieder. Ein Riesling mit Zitrus- und Steinobstaromen oder ein Gewürztraminer mit würzig-blumigen Tönen greifen diese Akzente auf und schaffen eine perfekte Kombination.
Recipe
| Vorbereitungszeit | 50 Minuten |
|---|---|
| Kochzeit | 20 Minuten |
| Gesamtzeit | 70 Minuten |
| Portionen | 4 |
| Schwierigkeit | Mittel |
Zutaten:
- 200 g Yufkateig (fein, dünn, etwa 8 Blätter)
- 200 g Walnüsse (fein gehackt)
- 150 g Butter (ungesalzen)
- 100 ml Honig
- 100 g Zucker (fein, weiß)
- 120 ml Wasser
- 1 Zitrone (unbehandelt, Saft und Schale)
- 1 TL Zimt (gemahlen)
Zubereitung:
- Heizen Sie den Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vor. Bereiten Sie eine Backform (ca. 20 x 30 cm) vor und fetten Sie diese mit etwas Butter ein.
- Schmelzen Sie die Butter vorsichtig in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze. Achten Sie darauf, dass die Butter nicht verbrennt.
- Vermengen Sie die gehackten Walnüsse mit 1/2 TL Zimt in einer Schüssel. Beiseitestellen.
- Legen Sie ein Blatt Yufkateig in die Form und bestreichen Sie es großzügig mit der geschmolzenen Butter. Wiederholen Sie den Vorgang mit 3 weiteren Blättern Yufka, sodass insgesamt 4 Schichten entstehen.
- Verteilen Sie die Hälfte der Walnuss-Zimt-Mischung gleichmäßig auf der obersten Yufkaschicht.
- Legen Sie erneut 4 Blätter Yufka übereinander, indem Sie jedes Blatt mit Butter bestreichen. Streichen Sie die oberste Schicht besonders sorgfältig mit Butter ein. Schneiden Sie den Baklava nun mit einem scharfen Messer in Rauten oder Quadrate.
- Backen Sie das Baklava mittig im vorgeheizten Ofen für etwa 25–30 Minuten, bis es goldbraun und knusprig ist.
- In der Zwischenzeit bereiten Sie den Sirup vor: Geben Sie Wasser, Zucker, Honig, Zitronensaft sowie die Zitronenschale in einen kleinen Topf. Erhitzen Sie die Mischung und lassen Sie sie unter gelegentlichem Rühren etwa 10 Minuten leicht köcheln, bis ein dickflüssiger Sirup entsteht. Entfernen Sie die Zitronenschale.
- Nehmen Sie das Baklava aus dem Ofen und gießen Sie den heißen Sirup gleichmäßig über die noch warme Nachspeise. Achten Sie darauf, dass der Sirup gut einzieht.
- Lassen Sie das Baklava vollständig abkühlen, bevor Sie es servieren. Optional können Sie es mit etwas gemahlenem Zimt oder gehackten Walnüssen garnieren.
Nährwerte (pro Portion):
- Kalorien: 530 kcal
- Eiweiß: 6.0g
- Fett: 25.0g
- Kohlenhydrate: 60.0g
- Salz: 0.3g
Perfekte Weinbegleitung: welcher Wein zu Baklava?
Grundregeln für Wein zu Baklava
- Der Wein sollte mindestens so süß sein wie das Baklava.
- Eine deutliche Säureist wichtig, um die Butter und den Sirup zu balancieren.
- Aromatische Rebsortenpassen besser als neutrale, weil sie gegen Honig und Zimt bestehen müssen.
1. Deutscher Riesling (Mosel, Rheingau, Pfalz) – die naheliegende Perfektion
- Riesling Spätlese lieblich
- Riesling Auslese oder Beerenauslese
Von der Mosel, aus dem Rheingau oder der Pfalz bringen diese Weine eine hohe, lebendige Säure mit, die wie ein Frischekick durch die Süße des Baklava schneidet. Gleichzeitig liefern sie Aromen von Zitrus, Pfirsich, Aprikose und manchmal Honig – perfekt zu Walnüssen und Zimt.
2. Elsässer Gewürztraminer – exotische Würze zu Walnuss und Zimt
3. Spätlese aus Südtirol (Italien) – aromatisch, aber mit Alpenfrische
- Südtiroler Gewürztraminer Spätlese
- Goldmuskateller mit Restsüße
Die würzig-blumige Aromatik mit Muskat- und Honignoten passt hervorragend zur tatlı, karamellisierten Süße und zum Zimt. Solche Weine findest du eher im lokalen Weinhandel oder bei Jacques' Wein-Depot, teils auch in besser sortierten Kaufland-Filialen.
4. Edelsüße Spezialitäten – wenn es richtig opulent werden darf
Wer Baklava als großen Abschluss eines Menüs zelebrieren möchte, kann auch zu edelsüßen Spezialitäten greifen:
- Riesling Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese aus Deutschland
- Vendanges Tardives aus dem Elsass
Gastrona – dein Shortcut zur perfekten Kombination
Kochtipps & Techniken für gelingsicheres Baklava
1. Yufka richtig handhaben
- Yufkateig trocknet extrem schnell aus. Halte die Blätter, die du gerade nicht verwendest, immer unter einem leicht feuchten Küchentuch.
- Arbeite zügig, aber nicht hektisch – lieber alles vorher bereitstellen.
2. Butter klar und kontrolliert verwenden
- Schmelze die Butter bei niedriger Hitze, damit sie nicht verbrennt und keine bitteren Noten entwickelt.
- Falls sich die Molke absetzt, kannst du sie vorsichtig abgießen oder die klare Butter oben abnehmen – so wird das Ergebnis noch knuspriger.
3. Schichten mit System
- Je gleichmäßigerdu Butter und Nussmischung verteilst, desto homogener wird die Textur.
- Die oberste Schicht sollte sehr sorgfältig mit Butter bestrichen werden, damit sie beim Backen schöngoldbraun und nicht trocken wird.
4. Der perfekte Sirupmoment
Einer der häufigsten Fehler ist das falsche Timing zwischen Baklava und Sirup.
- Das Baklava sollte heiß oder zumindest sehr warm sein.
- Der Sirup sollte ebenfalls heiß und noch fließfähig sein.
So zieht er optimal in die Schichten ein, ohne dass der Teig matschig wird. Lass das Ganze danach vollständig auskühlen – auch wenn es schwerfällt. Über Nacht wird das Aroma sogar noch intensiver.
5. Nicht zu kalt backen
Backe bei stabilen 180 °C Ober-/Unterhitze, damit der Yufka wirklich durchtrocknet und knusprig wird. Zu niedrige Temperatur lässt die Schichten weich bleiben, zu hohe kann zu schneller Bräunung führen, bevor die Mitte gar ist.
Serviervorschläge: Baklava stilvoll genießen
Baklava ist gehaltvoll – weniger ist hier mehr. Schneide kleine Rauten oder Quadrate und serviere 2–3 Stück pro Person als Dessert oder süßes Highlight zum Nachmittagskaffee.
Für ein rundes Erlebnis kannst du:
- etwas gehackte Walnüsseund eine Prise Zimt über die Stücke streuen,
- mit feinen Zitronenzestengarnieren, die den Sirup zitronig unterstreichen,
- dazu einen starken Espresso oder Mokka reichen.
- Baklava auf kleinen Tellern anrichten, eventuell lauwarm (kurz im Ofen bei 80 °C anwärmen).
- Den ausgesuchten Wein – etwa eine Riesling Auslese – leicht gekühlt (ca. 8–10 °C) einschenken.
- Erst einen Bissen Baklava, dann einen Schluck Wein: So erlebst du, wie Süße, Säure und Nussaromen ineinandergreifen und eineperfekte Kombination bilden.










